Kategorie:Pflichtaufgabe: Unterschied zwischen den Versionen

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Pflichtaufgaben haben Vorrang vor freiwilligen Aufgaben. Erst wenn alle Pflichtaufgaben erfüllt sind - und dann noch "freie" Haushaltsmittel zur Verfügung stehen - dürfen freiwillige Aufgaben in Angriff genommen werden.<ref>{{ISBN 9783782505475}} Pos. 2049 (Ziffer 2.3.1.)</ref>
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[[Pflichtaufgabe|Pflichtaufgaben]] haben Vorrang vor [[freiwillige Aufgabe|freiwilligen Aufgaben]]. Erst wenn alle Pflichtaufgaben erfüllt sind - und dann noch "freie" Haushaltsmittel zur Verfügung stehen - dürfen freiwillige Aufgaben in Angriff genommen werden.<ref>{{ISBN 9783782505475}} Pos. 2049 (Ziffer 2.3.1.)</ref>
  
==Pflichtaufgaben==
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Übersteigt eine [[Pflichtaufgabe]] die [[Leistungsfähigkeit]] einer Gemeinde, so ist die Aufgabe nach {{GO 57}} Abs.3 in [[kommunale Zusammenarbeit|kommunaler Zusammenarbeit]] zu erfüllen.
* [[Abwasserbeseitigung]]
 
* [[Bauleitplanung]], §§ 1, 2 BauGB
 
* [[Feuerschutz]]
 
* [[Bestattungswesen]]
 
** [[Friedhof]]
 
* [[Gefahrenabwehr]]
 
** [[Obdachlosenunterbringung]]
 
* [[Hochwasserschutz]]<ref>Siehe [[Bescheid des Landratsamtes Lichtenfels über die Haushaltssatzung für 2016]]</ref>
 
* [[Kindertageseinrichtung]]en ([[Kinderkrippe]], [[Kindergarten]], [[Hort]] etc.)
 
* [[Ortsstraßenbau]]
 
* [[Stromversorgung|Strom]]- und [[Gasversorgung]]
 
* [[Trinkwasserversorgung]], [http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&doc.id=jlr-GemOBY1998pArt57 Art. 57 Abs. 2 BayGO]
 
* Pflichtaufgaben nach dem [[Wassergesetz]]
 
** Unterhaltungslast der Gewässer dritter Ordnung, [http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?nid=s&showdoccase=1&doc.id=jlr-WasGBY2010pArt22&st=null Art. 22 BayWG]
 
** Abwendung von Wasser-, Eis- und Murgefahr, [http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?nid=1t&showdoccase=1&doc.id=jlr-WasGBY2010pArt50&st=null Art. 50 BayWG]
 
** Wach- und Hilfsdienst für Wassergefahr (Wasserwehr, Dammwehr, Murenabwehr), [http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?nid=1t&showdoccase=1&doc.id=jlr-WasGBY2010pArt50&st=null Art. 50 Abs. 2 BayWG]
 
* Beschaffung von Bauland, [http://www.bundesrecht24.de/cgi-bin/lexsoft/bundesrecht24.cgi?t=137104187349868899&sessionID=552186548474707219&source=link&highlighting=off&xid=139813,105 § 89 WoBauG]
 
* Sicherstellung eines ausreichenden Betreuungsangebots in Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege, [http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?nid=8&showdoccase=1&doc.id=jlr-KiBiGBYV2Art5&st=null Art. 5 BayKiTaG]
 
* Bereitstellung von Bestattungseinrichtungen, [http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?nid=a&showdoccase=1&doc.id=jlr-BestattGBYV2Art7&st=null Art. 7 BestG]
 
  
==Siehe auch==
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* [[eigener Wirkungskreis]]
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** [[Freiwillige Aufgaben]]
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=={{GO}}==
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* {{GO 57}} [[Aufgaben des eigenen Wirkungskreises]]
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** (1) Im eigenen Wirkungskreis sollen die Gemeinden in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit die öffentlichen Einrichtungen schaffen und erhalten, die nach den örtlichen Verhältnissen für das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wohl und die Förderung des Gemeinschaftslebens ihrer Einwohner erforderlich sind, insbesondere Einrichtungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Feuersicherheit, der öffentlichen Reinlichkeit, des öffentlichen Verkehrs, der Gesundheit, der öffentlichen Wohlfahrtspflege einschließlich der Jugendhilfe, des öffentlichen Unterrichts und der Erwachsenenbildung, der Jugendertüchtigung, des Breitensports und der Kultur- und Archivpflege; hierbei sind die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu berücksichtigen. Die Verpflichtung, diese Aufgaben zu erfüllen, bestimmt sich nach den besonderen gesetzlichen Vorschriften.
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**(2) Die Gemeinden sind unbeschadet bestehender Verbindlichkeiten Dritter in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, die aus Gründen des öffentlichen Wohls erforderlichen Einrichtungen zur Versorgung mit Trinkwasser herzustellen und zu unterhalten. Sonstige gesetzlich festgelegte Verpflichtungen der Gemeinden bleiben unberührt.
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**(3) Übersteigt eine [[Pflichtaufgabe]] die [[Leistungsfähigkeit]] einer Gemeinde, so ist die Aufgabe in [[kommunale Zusammenarbeit|kommunaler Zusammenarbeit]] zu erfüllen.
  
 
==Publikationen==
 
==Publikationen==
  
 
* {{ISBN 9783782505475}} Pos. 2020 ff. (Ziffer 2.3.1.)
 
* {{ISBN 9783782505475}} Pos. 2020 ff. (Ziffer 2.3.1.)
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==Siehe auch==
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* [[eigener Wirkungskreis]]
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** [[Freiwillige Aufgaben]]
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* [[Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe]]
  
 
==Fußnoten==
 
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[[Kategorie: Pflichtaufgaben]]
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[[Kategorie: Kommunalrecht]]</noinclude>

Aktuelle Version vom 21. Juni 2020, 21:01 Uhr

Pflichtaufgaben haben Vorrang vor freiwilligen Aufgaben. Erst wenn alle Pflichtaufgaben erfüllt sind - und dann noch "freie" Haushaltsmittel zur Verfügung stehen - dürfen freiwillige Aufgaben in Angriff genommen werden.<ref>Franz Dirnberger / Andrea Gehler / Emil Schneider / Roland Wölfel, Praxiswissen für Kommunalpolitiker - Erfolgreich handeln als Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und Bezirksrat, Jehle Verlag, 4. Auflage 2014, ISBN 9783782505475 Pos. 2049 (Ziffer 2.3.1.)</ref>

Übersteigt eine Pflichtaufgabe die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde, so ist die Aufgabe nach GO Art. 57 Abs.3 in kommunaler Zusammenarbeit zu erfüllen.


Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung - GO)

  • GO Art. 57 Aufgaben des eigenen Wirkungskreises
    • (1) Im eigenen Wirkungskreis sollen die Gemeinden in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit die öffentlichen Einrichtungen schaffen und erhalten, die nach den örtlichen Verhältnissen für das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wohl und die Förderung des Gemeinschaftslebens ihrer Einwohner erforderlich sind, insbesondere Einrichtungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Feuersicherheit, der öffentlichen Reinlichkeit, des öffentlichen Verkehrs, der Gesundheit, der öffentlichen Wohlfahrtspflege einschließlich der Jugendhilfe, des öffentlichen Unterrichts und der Erwachsenenbildung, der Jugendertüchtigung, des Breitensports und der Kultur- und Archivpflege; hierbei sind die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu berücksichtigen. Die Verpflichtung, diese Aufgaben zu erfüllen, bestimmt sich nach den besonderen gesetzlichen Vorschriften.
    • (2) Die Gemeinden sind unbeschadet bestehender Verbindlichkeiten Dritter in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, die aus Gründen des öffentlichen Wohls erforderlichen Einrichtungen zur Versorgung mit Trinkwasser herzustellen und zu unterhalten. Sonstige gesetzlich festgelegte Verpflichtungen der Gemeinden bleiben unberührt.
    • (3) Übersteigt eine Pflichtaufgabe die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde, so ist die Aufgabe in kommunaler Zusammenarbeit zu erfüllen.

Publikationen

  • Franz Dirnberger / Andrea Gehler / Emil Schneider / Roland Wölfel, Praxiswissen für Kommunalpolitiker - Erfolgreich handeln als Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und Bezirksrat, Jehle Verlag, 4. Auflage 2014, ISBN 9783782505475 Pos. 2020 ff. (Ziffer 2.3.1.)

Siehe auch

Fußnoten

<references/>

Unterkategorien

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