Listenplatz 5

Ich wurde in Flandern in eine katholische Großfamilie geboren. Seit frühester Kindheit waren familiäre Solidarität und Fleiß meine Leitlinien im Leben. Vom belgischen Staat
hatten wir wenig zu erwarten und so haben wir uns in Flandern selbst organisiert.

Als ich meine Frau kennenlernte, waren das Schloss und der Gutshof in Ebneth in einem total heruntergekommenen Zustand. Wir lebten zunächst acht Jahre in Flandern.
Im September 1976 zogen wir mit bereits drei Kindern nach Ebneth. Ein Ziel unseres Lebens war die Restaurierung der Ebnether Denkmäler mit Hilfe des Freistaats Bayern. Wir haben fast all unser Geld und unsere freie Zeit in den Wiederaufbau dieses Denkmals investiert.

Vor acht Jahren wurde der ganze Besitz mit Land- und Forstwirtschaft in eine Familienstiftung gebracht, in der Hoffnung, dass er weitere Jahrhunderte durch die Familie in
Stand gehalten wird.

Meine Studien und Berufstätigkeit lagen im Bereich Textil. In Flandern habe ich in Webereien gearbeitet. Das habe ich in Oberfranken für die Weberei Rohleder weitergeführt und erfolgreich Möbelstoffe in ganz Europa verkauft. Viersprachig zu sein war dabei mein Vorteil.

In die Kommunalpolitik bin ich wesentlich über die Umstände des Anschlusses von Ebneth/Hainweiher an die zentrale Kläranlage gekommen. Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, dass man das Abwasser erst den Berg hinauf pumpt, um es dann in kilometerlangen Leitungen in den Burgkunstadter Mischwasserkanal zu bringen. Nach wie vor ist es meine feste Überzeugung, dass eine Kleinkläranlage die für die Stadt und die Ebnether Bürger günstigste Winwin-Lösung gewesen wäre.

Durch diese Erfahrung wende ich mich ganz allgemein gegen die Einflüsse eines intransparenten Lobbyismus und gegen nichtöffentliche Entscheidungswege dort, wo
das Gesetz eigentlich Öffentlichkeit vorschreibt. Meine Ziele sind größtmögliche Öffentlichkeit in den Gremien und Entscheidungsprozessen der Stadt.

Die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und die Förderung der Ortsteile ist mir ein Herzensanliegen. Vieles können wir in den Ortsteilen besser dezentral lösen. Dazu würde ich gerne Budgets für die Ortsteile einführen, mit denen diese in einer gewissen Bandbreite unabhängig wirtschaften können, wenn sich engagierte Leute und/oder Vereine finden.

Ferner will ich mich zusammen mit dem Bürgerverein für eine Vernetzung von Landwirtschaft, Unternehmen, Vereinen und Bürgern einsetzen. Wir müssen beide Seiten
der Medaille sehen. Klimaschutz ja, aber wir müssen mit unseren Landwirten sicherstellen, dass genügend Nahrungsmittel für unser Bevölkerung zur Verfügung stehen.