Kein Weg ohne Ziel

“Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind günstig.” Dieser uralte Spruch mahnt uns, Ziele zu setzen, bevor wir etwas Wichtiges unternehmen. Auch ein Gemeinwesen braucht Ziele. Nur wenn die Verantwortlichen einer Stadt wissen, in welche Richtung sich die Stadt entwickeln soll, können sie ihre Mittel gezielt einsetzen. Bei jeder Investition wird vorher überlegt, ob sie die Stadt ein Stück näher an ihr Ziel - den Hafen - bringt.


Schauen wir uns einmal bei unseren Nachbarn um: Kulmbach ist die „Heimliche Hauptstadt des Bieres“, Lichtenfels die „Korbstadt“.  Mit diesen Bezeichnungen setzten die Verantwortlichen Ziele; es werden Touristen angezogen, es wird für Lebensqualität geworben. Die Gelder werden gezielt für Aktionen verwendet, die das Bild der Städte in der Region prägen.

Burgkunstadt dagegen ist nicht mehr “Schuhstadt”, das Bild der „Schulstadt” bröckelt. Und die Ortsteile wurden bisher viel zu wenig wahrgenommen. Es stellt sich also die Frage: Welche Schwerpunkte wollen die Verantwortlichen der Stadt gemeinsam  mit den Bürgern Burgkunstadts (selbstverständlich einschließlich der Ortsteile) für die Zukunft setzen? Wer wollen wir sein? Und wohin wollen wir?

Um die Bürger für die Zukunftsfrage ihrer Gemeinde Burgkunstadt zu gewinnen, müssen wir ihnen klar machen, was das Leben in Burgkunstadt lebenswert macht. Burgkunstadt bietet seinen Bürgern Einiges: einen romantischen Marktplatz, weiterführende Schulen, ein idyllisches Freibad. Allerdings sind da auch Schattenseiten: Die Innenstadt bietet kaum Einkaufsmöglichkeiten, der Haushalt ist überschuldet, Schulen wurden geschlossen. Diese Probleme können wir natürlich nicht allein dadurch beseitigen, dass wir ein Ziel definieren und darüber diskutieren, wer wir sein wollen. Aber: Ohne Ziel kommen wir erst recht nirgendwo hin.

Wohin soll es gehen, Burgkunstadt?

Der Bürgerverein ist überzeugt, dass die Ziele für Stadt und Ortsteile  gemeinsam mit Bürgermeisterin, Stadtverwaltung, Stadtrat, Fachleuten und den Bürgern definiert werden müssen. Und warum sollte nicht die Idee der “Schulstadt” wieder mit neuem Leben erfüllt werden?

In der Vergangenheit erstellten Fachleute immer nur Einzelgutachten, wie etwa zum Städtebau oder zum Einzelhandel. Diese Gutachten haben viel Geld, Zeit und Arbeit gekostet, aber nur einzelne Aspekte unserer Stadtentwicklung beleuchtet. Es fehlt ein Gesamtkonzept. Ohne zu wissen, wohin wir wollen, werden wir diese Gutachten auch nicht umsetzen können. Erst brauchen wir realistische Perspektiven, dann können wir unsere Planungen verwirklichen.

Der Bürgerverein plädiert für echte Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung einer Zukunftsperspektive für die Stadt. Alle Vereine, Gruppen und Organisationen sollen daran mitarbeiten und ihre Ideen einbringen. Insbesondere dürfen wir nicht vergessen, die betroffenen Kinder, Eltern und Jugendlichen an Entscheidungen für Lern- und Betreuungsbereiche zu beteiligen. Sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger etwa für die Schulstadt aus, so kann das bedeuten: Eine moderne Lernumgebung für die Kinder und Jugendlichen einrichten oder ein hervorragendes Volkshochschulkonzept für alle Altersklassen entwickeln. Schulstadt kann auch heißen, dass die Stadt Fort- und Weiterbildung für Beschäftigte fördert, Existenzgründer unterstützt und sich regional und überregional im Bildungsbereich einen Namen macht.

Miteinander die Zukunft gestalten

Wir wollen, dass die Interessen der gesamten Bevölkerung - der Kinder und Jugendlichen, der Senioren und Beschäftigten - stärker als bisher berücksichtigt werden, wenn grundlegende Entscheidungen für die Zukunft Burgkunstadts getroffen werden. Wir sind überzeugt, dass die Entscheidungen dadurch besser werden und von den Betroffenen, den Bürgern, mitgetragen werden. So entsteht ein starkes demokratisches Gemeinwesen, ein Miteinander.
 
Egal für welches Ziel (für welchen Hafen) sich die Bürgerinnen und Bürger Burgkunstadts aussprechen werden - es markiert einen Neuanfang: Unsere Stadt wird ihre Gelder zielgerichtet ausgeben. Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Haushalt saniert werden kann.