Bürgerverein für Prüfung eines Neubaus der Grundschule

Der Bürgerverein setzt sich für die Prüfung eines möglichen Neubaus der Grundschule Burgkunstadt, gegebenenfalls in Verbindung mit einem Lehrschwimmbecken ein. Dies soll im Rahmen eines Gesamtkonzepts für Kinderbetreuung und Schulen in Burgkunstadt erfolgen. Die Finanzierung ist nach Ansicht des Bürgervereins mit dem Ziel der Haushaltssanierung vereinbar.


In jedem Falle gegen die Kellerlösung


Obwohl der Stadtrat es im Dezember 2014 abgelehnt hatte, den Keller des jetzigen Grundschulgebäudes als Hort auszubauen, ist die Unterbringung der Kinder im Keller der Grunschule nun erneut auf der Tagesordnung der kommenden Stadtratssitzung. Der Bürgerverein hatte für die Stadtratssitzung im Mai Anträge zur Prüfung eines Schulneubaus gestellt. Diese sollten nach Aussage der Stadtverwaltung in einer Sondersitzung behandelt werden. Ziel war die Verabschiedung eines Gesamtkonzepts nach Vorarbeit durch den Arbeitskreis Bildung. Dies hat bis heute nicht stattgefunden. “Wir haben uns auf die Worte der Stadtverwaltung verlassen.”, so Fraktionsvorsitzender Dr. Marcus Dinglreiter. “Statt dessen wird nun der alte Plan wieder zur Abstimmung gebracht.”

Der Bürgerverein setzt sich für eine Lernumgebung ein, die Kinder motiviert und in der sie gerne sind - das wünschen sich auch Eltern und Großeltern für die Grundschüler. In den jetzigen Klassenräumen liegen die Fensterbrüstungen aktuell über den Köpfen der Kinder, so dass sie nicht aus dem Fenster schauen können. Dies lässt sich auch in dem jetzigen Gebäude nicht ohne weiteres ändern. Nachmittags sollen die Grundschüler, die den Hort und die offene Ganztagesschule besuchen, künftig im Keller untergebracht werden. Der Keller der Grundschule hat eine zu niedrige Deckenhöhe. Nur mit Sondergenehmigung dürften diese Kellerräume deshalb heutzutage für die Betreuung von Kindern genutzt werden. Beim Blick aus dem Kellerfenster würden die Kinder auf Erdhügel blicken oder auf einen Teil des asphaltierten Pausenhofs.

“In den letzten Jahrzehnten wurden unzählige Bücher über das Lernen geschrieben, ganze Regalmeter werden gefüllt von Ratgebern, wie man Kinder motiviert und zu eifrigen Schülern macht. Uns stellt sich deshalb die Frage: ist es nicht Wert zu prüfen, ob es für unsere Schülerinnen und Schüler keine bessere Lösung gibt, die ihnen ein schöneres, helleres und moderneres Umfeld für die Zeit gibt, die die wichtigste in ihrem Leben ist?”, so Stadtrat Alexander Hanna.


Hervorragende Betreuungs- und Bildungseinrichtungen bei gleichzeitiger Haushaltssanierung? Nach Ansicht des Bürgervereins ist dies möglich.


Ein Neubau der Grundschule als Ganztagsschulkonzept würde unter Zugrundelegung der Angaben des Architekten Sanierungkosten im jetzigen Grundschulareal von 1,5 bis knapp 3 Mio. Euro (je nach Ausbauvariante) überflüssig machen. Die drei Gebäudekomplexe Grundschule, Mittelschule und Stadthalle verursachten der Stadt Burgkunstadt ferner bis dato jährliche Kosten von knapp 800.000,- € (Haushaltsplan 2015, Einnahmen sind bereits abgezogen).

Unterstellt man als Rechenbeispiel, dass man im Rahmen einer Neubaulösung die drei Komplexe Grundschule, Mittelschule und Stadthalle alternativen Nutzungskonzepten zu- führen  würde und durch eine dem aktuellen Stand der Bautechnik entsprechende Lösung ca. 20 % des bisherigen Kostenaufwands einsparen könnte, wären das auf die angenommene Nutzungsdauer von 25 Jahren gerechnet knapp 4 Mio. Euro Ersparnis.


“Neues Lernen braucht neue Räume”


Ein modernsten pädagogischen Erfordernissen entsprechender Neubau der Grundschule würde unter Zugrundelegung der aktuellen Schülerzahlen nach Schätzung des Bürgervereins ca. 2,2 Millionen Euro kosten. Eine integrierte Ganztagsschullösung würde ca. zusätzlich 1,2 Millionen € kosten. Insgesamt würden also für eine neue Grundschule mit Ganztagsbetreuung ca. 3,4 Millionen € zu kalkulieren sein.


Der Bürgerverein stellt diesbezüglich die politische Forderung, vor weiteren Investitionen - wie in der Maisitzung des Stadtrats angedacht - ein Gesamtkonzept zu erstellen. Ein Neubau der Grundschule sollte unter Beiziehung professioneller und unabhängiger Beratung geprüft werden. Das lange ersehnte Lehrschwimmbecken könnte damit aus den eingesparten Haushaltsmitteln finanziert werden.

“Innerhalb eines Jahres haben wir in unserer Stadt zwei Schulen geschlossen. Dies ist für eine Stadt, die ihre kommunale Identität als "Schulstadt" in den Bereichen Bildung und Betreuung sieht, eine eigentlich gegensätzliche Entwicklung.” so Stadtrat Alexander Hanna, der auch Referent für Wirtschaft und Infrastruktur im Stadtrat ist. “Es wäre aus unserer Sicht eine starke Botschaft, dass wir trotz unserer demographischen Situation nicht nur Schulen schließen, sondern eine Schule nach modernsten pädagogischen und bautechnischen Maßstäben neu bauen könnten. Wir könnten uns zu einem führenden Bildungs- und Betreuungsstandort in der Region weiterentwickeln” so Hanna.

“Diese Überlegungen erfordern umfassende Vorarbeiten. Worum wir zunächst bitten, ist, durch voreilige, punktuelle Beschlüsse, nicht Fakten zu schaffen, die uns die nächsten 25 Jahre binden und sich als Hindernis auf dem Weg zur exzellenten Bildungsstadt erweisen könnten.” so Dr. Marcus Dinglreiter, 1. Vorsitzender des Bürgervereins.

(11.09.2015)